Joshua Ngetuny von der Forschungsgruppe Industrielle Energiesysteme nahm an der 33. Europäischen Biomasse-Konferenz und -Ausstellung (EUBCE) teil, die vom 9. bis 12. Juni 2025 in Valencia, Spanien, stattfand.
Auf der Konferenz stellte er seine Forschung mit dem Titel „Biogas in the Developing World: Feedstock Availability and Selection Using Analytic Hierarchy Process” vor. In der Arbeit wird ein neuartiger Ansatz zur Auswahl und Priorisierung von Rohstoffen für kleine Biogasanlagen präsentiert, um deren Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit zu verbessern. Die Methode konzentriert sich auf drei Schlüsselkriterien: die Eignung des Rohstoffs, die Beständigkeit der Versorgung und die logistische Einfachheit. Die Priorisierung ergab, dass die Beständigkeit der Versorgung den größten Einfluss auf die Widerstandsfähigkeit von Biogasanlagen hat, gefolgt von der Eignung des Rohstoffs und schließlich der logistischen Einfachheit.
Anhand einer Fallstudie in der Region Fes-Meknes in Marokko wurden potenzielle Rohstoffe, die durch eine Befragung ermittelt wurden, nach den ausgewählten Kriterien bewertet. Rindermist erwies sich aufgrund seiner beständigen Verfügbarkeit, einfachen Sammlung und Verwertbarkeit als der am besten geeignete Rohstoff. Danach folgten Stroh von Weizen, Mais und Gerste, die für ihre Lagerfähigkeit und Beständigkeit der Versorgung geschätzt werden. Andere Rohstoffe, darunter Schaf-, Pferde- und Hühnermist, wurden niedriger eingestuft. Die Co-Vergärung von Rindermist und Stroh wurde daher aufgrund ihrer sich ergänzenden Nährstoffmerkmale und ihrer ausgewogenen Leistung über die Kriterien hinweg empfohlen.
Die Forschung wurde unter der Leitung von Prof. Wilfried Zörner im Rahmen des internationalen Projekts AMBER durchgeführt.
Die EUBCE ist eine führende internationale Plattform für Wissenschaftler, Industrieexperten und politische Entscheidungsträger, um sich über die neuesten Innovationen im Bereich Biomasse auszutauschen. Sie behandelt Themen wie Biomasseproduktion, Umwandlungstechnologien, Bioenergie, Bioraffinerien und Nachhaltigkeit. Die Veranstaltung schlägt eine Brücke zwischen Forschung und Markt- sowie Politikentwicklungen, um die Weiterentwicklung der Bioökonomie voranzutreiben.
Die Teilnahme und der Vortrag bei dieser hochrangigen Veranstaltung unterstreichen das Engagement des InES für angewandte Forschung, die nachhaltige Biogasenergiesysteme weltweit voranbringt.













